30 November 2005

Henryk M. Broder, Der ewige Antisemit. Über Sinn und Funktion eines beständigen Gefühls, Berliner Taschenbuch Verlag 2005.

Broders Berliner Vorwort zur Neuauflage des 1985 in Jerusalem geschriebenen Buches erinnert an einen ebenfalls lesenswerten Artikel, den Karl Kraus 1898 in Bad Ischl schrieb. Kraus: "Einer der Herren, die sich jetzt als Geschichtsanwälte des jüdischen Volkes aufwerfen und mit seltsam gen Sonnenaufgang verdrehten Augen für die Rückkehr aller übrigen Juden nach dem Stammland Palästina agitieren, ersuchte mich vor einiger Zeit, einen kleinen Beitrag zu jenen Zwecken beizusteuern, die man zionistische oder mit einem guten alten Wort antisemitische nennt." Der k.u.k. Satiriker gab seiner Beobachtung den Titel: "Eine Krone für Zion". Broder lässt seine bundesdeutschen Antisemiten werben: "Juden, wehrt euch, der Zionismus ist euer Unglück!"


Knef - Die frühen Jahre. Ein Film von Felix Moeller. Redaktion: Felix Kuballa. Freitag, den 25. November 2005, 23.30 bis 00.30, WDR.
Ein einfühlsamer Reporter. Er läßt in jedem Interview ahnen, wie schmal der moralische Pfad für die junge Knef nach oben war, aufzusteigen zu einem Filmstar mit international anerkannter Reputation zwischen Naziflittchen und "Judenhure".